Aus Kitzingen:

KIK: BauGmbH Kitzingen soll Sozialwohnungen in den Marshall Heights schaffen

Marshall Heights Eingang
Teilen

Stadtrat Christof hat einen Antrag zum Sozialen Wohnungsbau an den Stadtrat gerichtet – Die BauGmbH Kitzingen soll den Kauf von 5 oder 7 Wohnblocks in den Marshall Heights prüfen.

Weder das Thema Marshall Heights, noch das Thema Wohnraumkonzept 2030 kommt zur Ruhe. Stadtrat Christof hat nun seine Schlussfolgerungen aus dem „Wohnraumkonzept 2030“ gezogen und mit der aktuellen Entwicklung in den Marshall Heights verknüpft.

Haus in den Marshall Heights

Potenzielles Gebäude für neuen sozialen Wohnraum.

Herraus gekommen ist ein Antrag zur Wiederaufnahme des sozialen Wohnungsbaus. Der Antrag fordert, den Kauf von 5 oder 7 Wohnblocks in den Marshall Heights grundlegend zu beraten. Das bedeutet so viel, wie der BauGmbH und der Stadtverwaltung das grundsätzliche politische Signal für den Einstieg in grobe Vorermittlungen und Gespräche zu geben. Da hierfür noch keine Mittel benötigt werden, will Christof den Antrag bereits in der Stadtratssitzung am 28.4. auf der tagesordnung sehen.

Seinen Antrag hat Christof in 10 Punkten zur allgemeinen Ausgangslage, der Herraushebung der Aufgabenstellung in Kitzingen mit 2 Punkten und der Folgerung daraus resultierender notwendiger Schritte für die üblichen Anträge im Kitzinger Stadtrat außerordentlich umfangreich und stichhaltig begründet. Ein Beispiel für diese fundierte Begründung ist der Punkt 02:

Der Bedarf an Sozialwohnungen ist, nicht zuletzt bedingt durch den Wegfall der Sozial-
bindung etlicher Wohnungen in Kitzingen, entsprechend hoch und wird sich nach den Prog-
nosen über die Entwicklung der Einkommensverhältnisse der Bürger (nicht nur der Rent-
ner) bis 2030 dramatisch steigern. In Kitzingen nehmen die Sozialwohnungen einen
Anteil von 4 % am örtlichen Mietwohnungsraum ein. (War es in Deutschland noch vor
30 Jahren üblich einen Bestand von 33 % vorzuhalten, so liegt heute der Bestand aus-
schließlich in Berlin bei 24 %, in Großstädten bei ca. 8 %. In Österreich wird der Bestand der Sozialwohnungen auf ca. 25 % gehalten).

Kostengünstigere Alternative zu anderen Standorten?

Aus der Mail, mit der der Antrag an die Pressevertreter versendet wurde, wird deutlich, dass Christof die Marshall Heights als Alternative zu den anderen Planungen der BauGmbH sieht:

„Nur wenn den Stadträten grundlegende Informationen über die Machbarkeit der Wohnbebauung an den verschiedenen Standorten vorliegen, ist es möglich die beste Lösung zur Bewältigung des Wohnraummangels im unteren Mietpreis-Segment zu finden. Jetzt durch den Verkauf der Marshall Heights bestünde die Möglichkeit, dass die Stadt bzw. die Kitzinger Bau GmbH sich einige Mehrgeschoss-Wohngebäude sichert, um dort mittelfristig und schrittweise die Bausubstanz für die wohnungssuchenden Bürger zu sanieren bzw. zu modernisieren.“

Antrag entspricht auch zu 100% dem Stadtratsbeschluss aus dem November 2013

Keinesfalls ist der Antrag eine Besiedlung der Marshall Heights durch die Hintertür oder eine Abkehr von der bisherigen Beschlusslage des Stadtrates. So hebt Christof hervor:

Im Konzept für die Entwicklung dieses Areals hat die Stadt selbst die vorderen 7 Wohnblocks für den Bereich >Wohnen< vorgesehen.

Sofern der Verkauf diese 7 Wohnblocks betrifft, ist somit der Antrag zu 100% kompatibel mit der bisherigen Beschlusslage im Stadtrat.

Aufteilung der Marschall Heights: Stadtnahes Wohnen und Gewerbe, Teilerwerb der öffentlichen Infrastrukturen und Renaturierung.

Aufteilung der Marschall Heights nach Beschlusslage im Stadtrat November 2013: In sieben Wohnblocks hinter dem McDonalds sah der Stadtrat die Nutzung „Wohnen“ vor.

Antrag in alle Richtungen politisch clever

Der Antrag ist in alle Richtungen politisch clever. Er sieht kein Abweichen von der Beschlusslage des Stadtrates vor. Und trotzdem erfüllt er auch die Wünsche der inzwischen über 400 Petitionszeichner aus Kitzingen bzw. über 800 mit allen Umlandgemeinden zusammen.

Er bietet auch keine Angriffsfläche denen, die betonen, dass die Stadt Planungsrecht habe; den um die Ausübung eben jenen Rechtes geht es ja nun. So kann man kaum einen vernunftbasierten Angriffspunkt oder Hebel finden um dem Antrag zu wiedersprechen, auch wenn viele Gegner der Marshall-Heights-Entwicklung im Stadtrat lieber die Entwicklung der Siedlung vorrantreiben würden.

Den Antrag von Stadtrat Christof mit allen Argumenten finden sie hier: KIK_Antrag_Sozialer_Wohnungsbau_Marshall_Heights.pdf

Autor

Andreas Witte lebt und arbeitet seit Juni 2013 im Innopark Kitzingen. Er machte eine Lehre als KFZ-Mechatroniker in München und studierte Erneuerbare Energietechnik an der Hochschule München. Zwischenzeitig gründete er in Ismaning eine Firma für Datenanalyse und technische Betriebsführung von Photovoltaikanlagen, bevor er in Kitzingen angestellt wurde. Andreas Witte ist außerdem langjähriger Blogger auf mehreren Plattformen.

Ein Kommentar

  1. Pingback: WITTMANN STELLT STADT ULTIMATUM › MEINKITZINGEN.DE

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

banner