Aus Kitzingen:

Allein und verlassen

Telefonseelsorge

Die Meinkitzingen.de möchte in der Adventszeit Themen aufgreifen, die nicht immer angenehm sind. Sie sollen zum Nachdenken anregen. Ganz ohne Spendenaufruf!

Immer mehr Selbstmordversuche unter Jugendlichen, wie antworten wir auf diese Katastrophe.

Die Telefonseelsorge ist den meisten ein Begriff, ist das wirklich auch bei Jugendlichen oder Kinder so. Über 8.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Ratsuchenden in 105 Telefonseelsorgestellen vor Ort zur Seite, lässt die Telefonseelsorge stolz verlauten, aber reicht das aus?

Die Deutsche Telekom trägt seit 1997 sämtliche Gebühren für die unter den beiden Sondernummern geführten Telefongespräche.

0800/111 0 111 · 0800/111 0 222

Der Anruf ist kostenfrei.

Der Ratsuchende nennt seinen  Namen nicht und seine Rufnummer erscheint nicht im Display. Die Verbindungsdaten werden von den Telekommunikationsunternehmen nur entsprechend den gesetzlichen Vorschriften gespeichert. Das Misstrauen und der Zweifel seitens der Ratsuchenden  bleiben.

Dass die Ehrenamtlichen kompetent sind, bleibt unbezweifelt.

Die Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge werden sorgfältig ausgewählt, mindestens ein Jahr lang ausgebildet und durch regelmäßige Supervision begleitet.

Anonym und verschwiegen soll es sein, das bezweifeln heute nicht wenige.

Chatberatung und  Mailberatung scheinen noch eine Sache des Alters zu sein.

Die Telefonseelsorge berät auch im Internet.

Ein Link zur Chatseelsorge macht es möglich. Doch passiert immer wieder folgendes:

Seit 1995 gibt es unser Online-Seelsorge-Projekt. Leider ist es uns derzeit nicht möglich, dieses Angebot für Sie fortzuführen. Wir arbeiten an einer neuen Lösung. Bitte wenden Sie sich in der Zwischenzeit mit Ihren Fragen und Problemen an das Mail- und Chatangebot der Telefonseelsorge unter www.telefonseelsorge.de.

Unsere Redaktion wird sich bemühen eine andere Anlaufstelle zu finden.

Wer sich schriftlich äußern muss, macht allein schon einen Erkenntnisprozess mit, muss sich über etwas klar werden, der Hintergrund sind Verwundbarkeit, schwierige Lebensgeschichten, Scham, Zweifel, Einsamkeit, sich-allein-gelassen-fühlen.

 

Des Telefons bedienen sich  im Laufe eines Jahres zwei Millionen Menschen in Deutschland. Bei der Chatseelsorge sind es gerade mal 5000 – Tendenz allerdings seit Jahren steigend. Zwei Drittel sind Frauen, die meisten um die 20 oder etwas älter. Die über 50-Jährigen hingegen haben die Online-Seelsorge für sich noch nicht entdeckt.

 

Was wir Menschen so alles schaffen: Beziehungsprobleme, Ängste vor der Zukunft, Verarmung, Krankheit, Einsamkeit.

Wir müssen Kinder und Jugendliche, aber auch die Alten seelisch betreuen.

Ein wachsender Anteil der Hilfesuchenden nutzt neben dem Telefon auch die anonyme Internet-Beratung. Und Immer mehr informieren sich nur noch via Smartphone über Internet-Angebote, aber sicher nicht alte Menschen.

 

Von unserem Redakteur Dr. Erik Mueller-Schoppen

 

Für unsere Kinder und Jugendlichen können wir diesen Kontakt Empfehlen.

http://www.schweinfurt.de/leben/jugendfamilie/beratung/364.Kinder-_und_Jugendtelefon.html

Autor

Beate Kesper, Diplom Braumeisterin, studierte Brauerei- und Getränketechnologie in Berlin und München. Sie ist gelernte Brauerin und Mälzerin und über Umwege in ein “fachfremdes” Betätigungsfeld geraten: Sie ist Buchautorin, Bloggerin, Mitgründerin und Chefredakteurin der freien Onlinezeitung Mein Kitzingen.de. Seit 2012 ist sie Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung für Erziehung, Bildung, Wissenschaft und Kultur (EBWK), die sich primär auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung engagiert. In Kitzingen hat sie die Psychosoziale-Beratungsstelle der EBWK ins Leben gerufen. Sie ist im Vorstand der Vereins 42e.V., der sich für politische Bildung in der neuen digitalen Gesellschaft einsetzt. Als engagierte Verfechterin für Bürgerrechte und Transparenz sieht sie es als fast logische Konsequenz eine freie Plattform für Bürger auf kommunaler Ebene zu schaffen. Kitzingen ist seit fast 12 Jahren ihre Wahlheimat, für die sie sich engagieren möchte.

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