Aus Kitzingen:

Fifty Shades of Grey – und jetzt auch noch der Film

Nichts ahnend höre ich wie immer aus Mangel an Alternativen Bayern 3 oder Antenne Bayern beim Autofahren. Und auf einem dieser Sender, ich weiß auch nicht mehr auf welchem, da beide sich so ähneln, wird doch tatsächlich über Fifty Shades of Grey, den Film, berichtet. Und zwar nicht, ob es sich lohne den literarischen Schrott zu verfilmen, sondern über die Tatsache, welche Altersfreigabe die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) für den Film vorgesehen hat. Ab 16 oder ab 18 ist hier die Frage.

Ketten

Ketten

Aber welche Gründe stecken dahinter sich darüber bedeckt zu halten, ob das Erotik-Drama – oder eher der Softporno – nun welche Freigabe bekommt? Muss man vielleicht, mit dem Wissen, dass aus der literarischen Schonkost für „Mommys“ auch kein Film entstehen kann, der für den Oscar nominiert wird, diesen umso interessanter machen, dass es ein „must see movie“ wird.

Lederriemen

Lederriemen

Und eigentlich ist es mir auch egal. Denn sollten sich Eltern darüber sorgen, ob ihre 16-jährigen Kinder (quasi junge Erwachsene) dem Film gewachsen sind, kann ich nur sagen: Ja! Denn sie und ihre jüngeren Geschwister haben den Film längst schon in diesem Internet gesehen. Dass Ihre Kinder die Bücher versehentlich lesen, die Sie heimlich neben Ihrem Sexspielzeug im Nachtschränkchen gelegt haben, darüber haben Sie sich keine Sorgen gemacht.

Kette mit Karabiener

Kette mit Karabiner

Ist ja auch eher unwahrscheinlich, dass Jugendliche ein Buch lesen, aber das Sexspielzeug könnte schon mal…Oh nein, das will ich mir nicht vorstellen. Aber zurück zum Porno mit Handlung. Ja, so ein wenig Handlung hat der Film schon. Allerdings ist es fraglich, ob denn ein erfolgreicher, sehr reicher, gut aussehender Mann, der in der richtigen Welt die Kontrolle hat, das auch in seinem Sexualverhalten zeigt und nicht lieber mal loslassen würde, um mit einer Domina zu spielen.

Ledergürtel

Ledergürtel

Und ich finde es absolut frauenfeindlich, dass uns Frauen, als kleine, unsichere, nach Führung suchende Hascherl, unterstellt wird, dass wir keine sexuellen Wünsche nach Dominanz haben. Nee, die Story ist, nun ja, auch menschlich gesehen – völlig  unrealistisch. Der schöne saubere Sex, der mit Bondage, Sadismus und Erniedrigung dargestellt wird, hat bestimmt nichts mit den Fantasien von Frauen zu tun.

Einkaufstüte eines Sexshops für Frauen

Einkaufstüte eines Sexshops für Frauen

Leute, schaut doch mal gaaaanz tief in Euch hinein. Sieht es dort so aufgeräumt und nett aus? Vielleicht bis zu Pubertät, in der Zeit der rosa Träume und Prinzen auf Schimmeln. Schrecklich genug. Und bitte: Schreibt mir keine Leserbriefe über Eurer Inneres. Ich habe da schon meine eigenen Ideen, wie die sexuellen Wünsche bei den Kitzingern so aussehen.

Autor

Beate Kesper, Diplom Braumeisterin, studierte Brauerei- und Getränketechnologie in Berlin und München. Sie ist gelernte Brauerin und Mälzerin und über Umwege in ein “fachfremdes” Betätigungsfeld geraten: Sie ist Buchautorin, Bloggerin, Mitgründerin und Chefredakteurin der freien Onlinezeitung Mein Kitzingen.de. Seit 2012 ist sie Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung für Erziehung, Bildung, Wissenschaft und Kultur (EBWK), die sich primär auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung engagiert. In Kitzingen hat sie die Psychosoziale-Beratungsstelle der EBWK ins Leben gerufen. Sie ist im Vorstand der Vereins 42e.V., der sich für politische Bildung in der neuen digitalen Gesellschaft einsetzt. Als engagierte Verfechterin für Bürgerrechte und Transparenz sieht sie es als fast logische Konsequenz eine freie Plattform für Bürger auf kommunaler Ebene zu schaffen. Kitzingen ist seit fast 12 Jahren ihre Wahlheimat, für die sie sich engagieren möchte.

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