Aus Kitzingen:

Und sonst so? – Warum ich Kitzingen so mag…

Mechanic smiling at the camera with customer

Das kennen wir alle. Manchmal gibt es einfach Tage, da wünscht man sich, dass man im Bett geblieben wäre. Denn ganzen Tag rennt und trauert man der verlorenen Zeit nach, die durch irgendwelche widrigen Umstände abhandengekommen ist. Geweckt durch das Prasseln des Regens auf die Dachfenster wache ich schon viel zu früh auf. Es regnet ja normalerweise nicht so oft in Kitzingen. Der Regen war jetzt einfach mal fällig. Mit diesem Gedanken quäle ich mich schon in die ersten Stunden des Montagmorgens.

Auf dem Terminkalender ist heute Inspektion und TÜV der Familienkutsche notiert. Nachdem die Familie aus dem Haus ist, ziehe ich mir schnell was über und fahre den Wagen zur Autowerkstatt meines Vertrauens. Schon beim Mithören des Gesprächs zwischen der Kundin vor mir und dem gutgelaunten Herrn Kaupa wird mir klar, dass ich für den TÜV den Originalfahrzeugschein brauche. In dem Moment weiß ich nicht, was mich mehr ärgert: Die gute Laune des Werkstattmeisters oder meine Vergesslichkeit. Auch erfahre ich aus einem anschließenden Telefongespräch mit einem anderen Kunden, dass es noch zu früh zum Wechsel von Sommer- auf Winterreifen ist. Gut, die Frage kann ich mir sparen. Glück für alle, denn die gezielte Vermeidung jedes Gesprächs am frühen Morgen dient meinem Seelenfrieden und steigert die Laune anderer. Ich mache mich wieder auf den Weg, um alles nötige zu holen.  Endlich habe ich mein Auto abgegeben.

In meinem kleinen Schutzraum….äh Büro arbeite ich recht friedlich bis mich ein Anruf, in dem mir mitgeteilt wird, dass meine Anwesenheit an einem bestimmten Ort, zu einem bestimmten Zeitpunkt notwendig ist, aus der Konzentration bringt. Natürlich ist der Auslöser dieser Störung meines Tagesablaufes eines meiner Kinder. Ich muss den Wagen meines Vaters borgen. Zum Glück habe ich einen eigenen Schlüssel, denn mein Vater ist nicht zu hause. Endlich hinterm Steuer drehe ich den Zündschlüssel. Der Wagen dreht einmal und dann Stille.

Auch das kennen Sie bestimmt: Man hat den Kopf auf den Händen, die das Lenkrad umklammern und möchte ganz woanders sein. Drama. Ich schaue auf die Uhr, um zu sehen wie lange es noch dauert bis mein Kind irgendwo hilflos auf mich wartet. Das kann nicht stimmen. Kein Zeitloch, sondern das Ende der Batterielaufzeit meiner Uhr. Also gehe ich vom Leben gebeutelt ins Büro zurück. Das Telefon klingelt erneut. Mist, jetzt auch noch Kundschaft. Aber nein, es ist der gutgelaunte Herr Kaupa. Das Auto ist durch den TÜV. „Aber darüber freut er sich doch bestimmt nicht“, denke ich. Da wären noch einige andere Sachen zu machen. Ja bitte, alles was notwendig ist.  Er ist ja der Autodoktor meines  Vertrauens. Ich falle ihm ins Wort. „Kann mich einer von euch fahren?“ frage ich verzweifelt. „Äh, nein. Wir sind heute ein wenig knapp mit Personal.“ Hastig erzähle ich ihm meine Geschichte und sage, dass es je zu spät ist. Er schlägt vor jemanden zu schicken, der Starthilfe leistet. Ich wiegele ab. „Das klappt doch nie.“ „Nein, sie kommen doch nur fünf Minuten zu spät, wenn jetzt jemand kommt.“ Mit dem Gleich und Schnell hadere ich noch, als das Telefon erneut klingelt. „Bitte vor die Tür stellen, damit mein Mitarbeiter sie gleich findet.“ Ok. Schnell Schuhe und Jacke wieder angezogen. Keine drei Minuten hat das gedauert. Dann eine Minute für die Starthilfe. Mein Kind hat gar nicht gemerkt, dass ich zu spät war.

Den netten Service in Kitzingen finden sie bei autoservice-kaupa.

 

Ihre mal zufriedene Zicke.

Autor

Beate Kesper, Diplom Braumeisterin, studierte Brauerei- und Getränketechnologie in Berlin und München. Sie ist gelernte Brauerin und Mälzerin und über Umwege in ein “fachfremdes” Betätigungsfeld geraten: Sie ist Buchautorin, Bloggerin, Mitgründerin und Chefredakteurin der freien Onlinezeitung Mein Kitzingen.de. Seit 2012 ist sie Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung für Erziehung, Bildung, Wissenschaft und Kultur (EBWK), die sich primär auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung engagiert. In Kitzingen hat sie die Psychosoziale-Beratungsstelle der EBWK ins Leben gerufen. Sie ist im Vorstand der Vereins 42e.V., der sich für politische Bildung in der neuen digitalen Gesellschaft einsetzt. Als engagierte Verfechterin für Bürgerrechte und Transparenz sieht sie es als fast logische Konsequenz eine freie Plattform für Bürger auf kommunaler Ebene zu schaffen. Kitzingen ist seit fast 12 Jahren ihre Wahlheimat, für die sie sich engagieren möchte.

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