Aus Kitzingen:

Kurztest im bodenständigen Körbla

fränkisches Schäufele

Wer ins Körbla geht, darf keine kulinarischen Hochgenüsse erwarten. Tut man das nicht, kann man durchaus zufrieden sein. Die angebotenen Speisen sind bodenständig und fränkisch. Ebenso die Einrichtung. Ausgelegt auf Gesellschaften und große Gruppen und Familien.

Etwas verloren kommen wir uns als Zwei-Personen-Gruppe vor.  Es findet sich trotz der vielen Reservierungen und einer geplanten Feierlichkeit mitten im Gastraum ein Tischchen für uns. Es ist noch keine Zwölf und das Restaurant  gut besucht. In Unterfranken geht man Sonntagmittag früh zu Tisch. An uns vorbei werden einige Gerichte vorbei getragen. Es gibt Meefischli. Eine inzwischen seltene Spezialität unserer Gegend. Meefischli sehen aus wie Sprotten, vielleicht etwas größer, und werden paniert und frittiert serviert. Die wenigen Berufsfischer am Main versorgen die Restaurants mit dieser außergewöhnlichen Ware. Leider gibt es nicht mehr viele Plätze, die  Meefischli anbieten. Umso mehr freut es mich, diese hier zu sehen. Wir bestellen aber was ganz anderes. Wir haben Fleischeslust. Schon das gewohnte Ritual mit dem Silvaner lässt Andreas grinsen. „Wo kommt denn Eurer Silvaner her?“, frage ich noch bevor ich in die Karte sehe. Es gibt zwei zur Auswahl und die nette Servicekraft weiß sie auswendig.

Da das Körbla mit saisonalen Gerichten wirbt, frage ich nach Spargel. Aber noch ist das Körbla nicht in die Saison eingestiegen, da heute eine Feierlichkeit zu versorgen ist, hat man den Start verschoben, da die Küche es nicht bewältigen könnte. Eine gute Entscheidung, finden wir.  Die Karte ist recht übersichtlich, was ich als sehr positiv bewerte. Besser weniger Gerichte und gut, als eine riesen Auswahl mit variierenden Soßen oder gleiche Soße über alles……

fränkischer Sauerbraten

fränkischer Sauerbraten

Wir entscheiden uns für Sauerbraten und Schäufele. Just vor unserer Bestellung kommt eine Reisebusgesellschaft an. Panisch prüfe ich geistig meinen Blutzuckerspiegel und bin mir nicht sicher, ob ich eine lange Wartezeit überleben werde. Aber die Wartezeit ist nicht lang. Das hat das Körbla wirklich gut im Griff. Wir werden nicht vergessen und nicht ignoriert und jede unserer nervigen Fragen wir beantwortet.

Das Essen kommt. Zuerst das Fleisch. Der Salat wird nachgereicht. Das Schäufele ist sehr gut. Sieht auch gut aus. Knusprig die Schwarte und zart das Fleisch. Die Klöße sind ein Gedicht. Auf den Punkt gekocht. Andreas witzelt: „Die sehen aus wie Tennisbälle vom Tennisverein nebenan.“ Sie sind fest und schmecken hervorragend.

fränkisches Schäufele

fränkisches Schäufele

Mein Sauerbraten schmeckt wie Sauerbraten. Keine große Überraschung. Allerdings hätte das Fleisch etwas mürber  sein können. Aber die Klöße machen das wieder wett.

Sehr positiv überrascht uns der Salat. So kann ein Salat aussehen, auch wenn man größtenteils älteres Publikum bewirtet. Das hatte ich bei den letzten Kritiken doch sehr bemängeln müssen.

So kann ein Beilagensalat aussehen

So kann ein Beilagensalat aussehen

Nur die Dekoration auf den Tellern könnte einfach anders sein. Mir leuchtet nicht ein, was eine Orange und eine Physalis an meinem unterfränkischen Gericht sollen. Aber das ist etwas, dass der Koch mit sich selbst ausmachen muss.

Für das Schäufele und den Sauerbraten mit je 9,90 Euro sind die Preise sehr anständig und auch als kleine Portion für 7,90  bestellbar. Die Dessertkarte bietet klassische Eisvariationen.

Getestet wurde im  Gasthaus zum Körbla, Marktbreiter Str. 17 in Kitzingen

 

 

 

Autor

Beate Kesper, Diplom Braumeisterin, studierte Brauerei- und Getränketechnologie in Berlin und München. Sie ist gelernte Brauerin und Mälzerin und über Umwege in ein “fachfremdes” Betätigungsfeld geraten: Sie ist Buchautorin, Bloggerin, Mitgründerin und Chefredakteurin der freien Onlinezeitung Mein Kitzingen.de. Seit 2012 ist sie Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung für Erziehung, Bildung, Wissenschaft und Kultur (EBWK), die sich primär auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung engagiert. In Kitzingen hat sie die Psychosoziale-Beratungsstelle der EBWK ins Leben gerufen. Sie ist im Vorstand der Vereins 42e.V., der sich für politische Bildung in der neuen digitalen Gesellschaft einsetzt. Als engagierte Verfechterin für Bürgerrechte und Transparenz sieht sie es als fast logische Konsequenz eine freie Plattform für Bürger auf kommunaler Ebene zu schaffen. Kitzingen ist seit fast 12 Jahren ihre Wahlheimat, für die sie sich engagieren möchte.

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