Aus Kitzingen:

Neues Leben für Bahnstrecke ?

Fahne Grüne

Grünen-Kommunalpolitiker aus den Landkreisen Schweinfurt und Kitzingen trafen in Gerolzhofen. Thema des Treffens war die neue Entwicklung hinsichtlich der Bahnstrecke Schweinfurt-Gerolzhofen-Kitzingen/Etwashausen. Gemäß einem Zeitungsbericht (Mainpost 24.07.2015 – „Ein Gleisanschluss für Schaeffler?“) will der Kitzinger Unternehmer Markus Blum, alleiniger Gesellschafter der Projektentwicklerfirma Blumquadrat, die Strecke kaufen, modernisieren und wieder in Betrieb nehmen. Blum hat in Etwashausen das Gelände der einstigen US-Kaserne „Harvey Barracks“ erworben und wandelt es in den Technologiepark „ConneKT“ um. Auf 73 Hektar sollen Gewerbe- und Industriebetriebe unterschiedlicher Größen entstehen. Vereinbart ist bereits die Ansiedlung des europäischen Verteilerzentrums des Schweinfurter Automobilzulieferers Schaeffler mit bis zu 300 Arbeitsplätzen. Insgesamt könnte „Connekt“ bis zu 4000 Arbeitsplätze bieten. Gleichzeitig haben aber die Stadt Kitzingen und das Staatliche Bauamt Würzburg einen Antrag auf Entwidmung der Strecke zwischen Großlangheim und Etwashausen gestellt. Durch eine Entwidmung und Abbau dieses Streckenabschnitts würden alle Bestrebungen auf eine Reaktivierung zunichte gemacht.

Zum Treffen hatte Gerolzhofens Stadt- und Kreisrat Thomas Vizl Vertreter aus den beiden Grünen-Kreisverbänden Kitzingen und Schweinfurt, aus den Grünen-Ortsverbänden Schweinfurt, Sennfeld, Wiesentheid und Kitzingen sowie Kreis-, Stadt- und Gemeinderäte aus Schweinfurt, Sennfeld, Sulzheim, Gerolzhofen, Wiesentheid und Kitzingen eingeladen. Diskutiert wurden die Chancen einer Reaktivierung der Strecke, aber auch Bedenken, da die Strecke inszwischen mitten durch Orte und Wohngebiete führt.

Kitzingens Kreisverbandssprecher Harald Godron und Wiesentheids Ortsverbandssprecher Ulrich Drexelius sprachen sich für eine differenzierte Prüfung aus. Grundlage könnte die bereits von der Region Main-Steigerwald geplante ÖPVN-Studie mit einer Potentialanalyse werden. Hierfür setzt sich der Vorsitzende der Region Main-Steigerwald, Dingolshausens Bürgermeister Lothar Zachman, seit Jahren ein. Diese ÖPNV-Studie sollte sich auf die beiden Landkreise Schweinfurt und Kitzingen erstrecken und würde eine Datengrundlage für weitere Entscheidungen liefern.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens sehen in einer Reaktivierung der Strecke eine riesige Chance für die ländliche Region zwischen Steigerwald und Main. Thomas Vizl: „Kommunen mit Bahnanschluß sind sowohl für die Wirtschaft wie auch für die Bewohner attraktiver. Statt die Straßen weiter auszubauen, sollten Verkehre wieder auf die Schiene verlagert werden. Das ist nachhaltiger und umweltfreundlicher! Diese Chance für die Region dürfen wir nicht leichtfertig vertun“.

Ergebnis des Treffens war die Gründung einer Arbeitsgruppe die sich in den nächsten Monaten regelmäßig abwechselnd in Wiesentheid und Gerolzhofen treffen wird. Die Unterstützung des Bezirksverbandes Unterfranken für das Anliegen äußerten die Vorstandmitglieder Nicolas Lommatzsch (Schweinfurt) und Heiner Schmidt (Feuerbach).

2 Kommentare

  1. Wäre es keine Alternative die Strecke von der anderen Seite (Bereich East Gate) in die ehemalige Kaserne einmünden zu lassen? So bekommt sowohl der Gewerbepark seinen Gleisanschluss, als auch die Stadt Kitzingen ihren Baugrund zur Fertigstellung des Lückenschlusses der Nordtangente. Zudem ist die derzeitige Bahnübergangskonstruktion im Bereich des Wertstoffhofs/Gusswerk ein enormes Hindernis für den Straßenverkehr. Dieses Ärgernis würde durch eine Alternativanbindung ebenfalls entfallen.

  2. Die Stadt Kitzingen macht grundsätzlich etwas falsch!
    Ander Kommunen haben bei einer Landschaftlich so interessanten Strecke wie die nach Schweinfurt bereits längst so etwas wie eine Museumsbahn etabliert. Hier könnte man so etwas wie einen „Schoppenspress“ in den Sommermonaten etablieren. Am besten noch mit einer alten Dampflok und entsprechend altem Wagenmaterial.
    Die Eisenbahnfreunde Würzburg z.B. (die Haben Wagenmaterial) würden sich über eine Strecke freuen, denke ich… In danderen gegen funktionieren Museumsbahnen mit Streckenlängen von minimal 4 Kilometern… mit Vollen Zügen an Wochenenden… Und hier will man Gleise abreißen!… Das hat so manche Kommune bereits bitter bereut… Was weg ist, ist weg, und wird so schnell nicht wieder aufgebaut…

    Mein Vorschlag für ein Touristik-Konzept: Dampf-Museumsbahn von Schweinfurt nach Kitzingen mit Zwischenstationen an einschlägigen Weinorten. Ab Kitzingen Flugfeld mit dem Zeppelin durchs Maintal mit anschließender Landung auf dem Main in Kitzingen Innenstadt hinter der Mainbrücke. Wenn schon kein Zeppelin möglich ist, dann Rundflüge mit Oldtimer-Flugzeugen (DC3, Ju88 oder Super Constellation. Oder Anfahrt nach Kitzingen Anlege und von Dort aus mit dem Dampfschiff wieder nach Schweinfurt… Es gäbe wirklich viele Möglichkeiten…

    Was (wie immer) fehlt: Menschen, die Geld für gute Ideen geben wollen…

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